Schatten im Garten? Kein Problem für diese Küchenkräuter
Frisch geerntete Kräuter aus dem eigenen Garten verleihen jedem Gericht eine ganz besondere Note. Von Frühjahr bis Herbst lassen sich viele Pflanzen wunderbar auf Balkon und im Beet kultivieren. Wer allerdings nur einen nach Norden ausgerichteten Balkon oder einen von Laubbäumen beschatteten Garten besitzt, muss bei der Sortenauswahl sorgfältig vorgehen.
Denn nicht alle Kräuter kommen mit wenig Licht zurecht – manche brauchen es unbedingt, andere hingegen gedeihen geradezu prächtig ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Mediterrane Kräuter sind für schattige Standorte ungeeignet
Grundsätzlich gibt es für nahezu jede Lichtsituation im Garten passende Pflanzen. Bevor man jedoch loszieht und Kräuter kauft, sollte man eines wissen: Mediterrane Kräutersorten haben in schattigen oder halbschattigen Lagen schlicht nichts zu suchen. Sie benötigen intensive Sonneneinstrahlung, um ihr volles Aroma zu entfalten.
Wer also nur wenig oder gar kein direktes Sonnenlicht zur Verfügung hat, sollte auf folgende beliebte Sorten verzichten:
- Lavendel
- Thymian
- Rosmarin
- Salbei
- Oregano
- Basilikum
Das klingt zunächst entmutigend – doch keine Sorge. Auch unter den schattenverträglichen Pflanzen verstecken sich überraschend viele aromatische Heil- und Küchenkräuter für Balkon und Garten.
Kräuter, die kaum Sonnenlicht benötigen
Komplett ohne jegliches Licht kommt natürlich kaum eine Pflanze aus. Doch es gibt zwei Kräuter, die sich mit wirklich sehr geringen Lichtmengen begnügen und dennoch kräftig wachsen:
- Bärlauch: Im Frühjahr muss diese Pflanze im Garten mit einer Wurzelsperre in Schach gehalten werden, da sie sich sonst stark ausbreitet. Aus den frischen Blättern lassen sich köstliche Gerichte herstellen, darunter Bärlauch-Pesto oder aromatisches Bärlauch-Öl.
- Waldmeister: Dieses Kraut ist in der Küche äußerst wertvoll, beispielsweise für die klassische Maibowle. Da die Pflanze teilweise giftige Eigenschaften besitzt, sollten die Stiele mit dem Kopf nach unten ins Glas gegeben werden, wenn man ihn verarbeitet.
Kräuter, die Halbschatten bevorzugen
Neben diesen beiden robusten Schattenspezialisten gibt es eine ganze Reihe weiterer Kräuter, die mit halbschattigen Bedingungen gut zurechtkommen. Gemeint sind damit Standorte, an denen täglich etwa zwei Stunden Sonnenschein fallen oder durch dichtes Laubwerk diffuses Licht den Boden erreicht. Nordbalkone eignen sich dafür weniger gut, wohingegen halbschattige Balkone und Gärten ideale Voraussetzungen bieten.
Folgende sechs Sorten fühlen sich dort besonders wohl:
- Kerbel: Am besten bereits im April ins halbschattige Beet setzen. Zwischen Salatpflanzen gepflanzt, hält Kerbel Schnecken und andere Schädlinge vom Gemüse fern. In heißen Sommermonaten sollte er regelmäßig gewässert werden.
- Schnittlauch: Gartenfreunde sollten Schnittlauch im Frühjahr zunächst vorziehen, bevor er ins Freie kommt. Wer die Stiele kontinuierlich aberntet, fördert einen kompakteren, buschigeren Wuchs. Auch Schnittlauch braucht im Sommer regelmäßig ausreichend Wasser.
- Koriander: Beim Koriander sind vor allem die Samen der eigentliche Schatz. Etwa sechs Wochen nach der Aussaat lassen sie sich problemlos aus den Stängeln lösen, lichtgeschützt aufbewahren und später im Mörser zerstoßen – ideal für Currypulver oder einen aromatischen Gemüsesud.
- Dill: In Kombination mit Möhren und Pastinaken entfaltet Dill das Gemüsearoma besonders eindrucksvoll. Ab April kann das Kraut direkt ins Freilandbeet, und bereits nach zwei bis drei Wochen ist die erste Ernte möglich.
- Zitronenmelisse: Ihr frischer, zitroniger Geschmack macht sie zu einem interessanten Begleiter für leichte Sommergerichte. Eine Vorzucht im Frühjahr empfiehlt sich, sodass die Jungpflanzen etwa sechs Wochen später ins Beet können. Wer die Zitronenmelisse im Topf anbaut, sollte sie regelmäßig in ein größeres Gefäß umtopfen.
- Minze: Ähnlich wie Bambus neigt Minze dazu, sich unkontrolliert auszubreiten – daher unbedingt in Schach halten. Bei richtiger Pflege und einem halbschattigen Standort lassen sich bis in den Herbst hinein frische, duftende Minzblätter ernten.
Welche Kräuter nicht nebeneinander gepflanzt werden sollten
Wer ein Kräuterbeet anlegt, sollte außerdem auf die Nachbarschaftsverträglichkeit der einzelnen Sorten achten. Nicht jede Pflanze harmoniert mit ihrer Nachbarin. Petersilie etwa verträgt sich weder gut neben Kerbel noch neben Dill – deutlich besser macht sich Petersilie hingegen neben Schnittlauch gepflanzt.
Mit der richtigen Auswahl und ein wenig Planung lässt sich also auch in schattigen Ecken eine ertragreiche und aromatische Kräuterecke gestalten.










