Eine ausgediente Regentonne bekommt ein zweites Leben
Wer kreativ denkt, sieht in einem alten Gegenstand nicht Abfall, sondern Potenzial. Genau das steckt hinter dem Upcycling-Gedanken – und im eigenen Garten lässt sich dieses Prinzip wunderbar in die Praxis umsetzen. Eine ausgediente Regentonne etwa lässt sich mit wenigen Handgriffen in ein praktisches kleines Hochbeet verwandeln.
Die Idee klingt simpel und ist es auch. Das Ergebnis schont sowohl den Rücken als auch den Geldbeutel – und macht auf Terrasse wie im Garten gleichermaßen eine gute Figur.
Schritt für Schritt: Regentonne zum Hochbeet umbauen
Der Umbau gelingt ohne großen Aufwand. Diese Anleitung zeigt, wie es geht:
- Boden herausschneiden: Zunächst wird der Tonnenboden vollständig entfernt – am besten mit einer Stichsäge oder einem robusten Messer. Danach kommt ein engmaschiges Gitter als Schutz vor Nagern hinein. Alternativ lassen sich auch viele großzügige Abflusslöcher einbohren. Beides verhindert Staunässe zuverlässig, denn überschüssiges Wasser kann direkt ins Erdreich versickern.
- Standort festlegen: Die Tonne sollte auf einem unversiegelten Untergrund stehen – zum Beispiel auf Rasen oder einem vorhandenen Beet. So können nützliche Bodenlebewesen von unten einwandern.
- Drainageschicht einbringen: Als unterste Lage kommt grobes Material hinein: klein gehackte Äste eignen sich gut, darüber folgen Hackschnitzel.
- Kompost und Erde schichten: Darauf kommt eine Lage aus Laub und Rasenschnitt, gefolgt von einer Schicht Kompost. Den Abschluss bildet spezielle Hochbeeterde. Wer Zugang zu Pferdemist hat, kann diesen ebenfalls einarbeiten – das fördert das Pflanzenwachstum erheblich.
- Optionale Verkleidung: Übrige Bretter lassen sich zu einer schlichten Außenverkleidung zusammenschrauben, die der Tonne ein gepflegteres Aussehen verleiht.
- Einpflanzen: Die Erde vor dem Pflanzen gut anfeuchten, dann Gemüse und Kräuter nach Wahl einsetzen und noch einmal gründlich angießen.
Welche Pflanzen eignen sich für das Regentonnen-Hochbeet?
Dank der nährstoffreichen Befüllung ist das umfunktionierte Regentonnen-Hochbeet besonders gut für sogenannte Starkzehrer geeignet. Zucchini, Tomaten und buschig wachsende Paprika gedeihen darin ausgezeichnet.
- Auch Salate, Radieschen und Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie fühlen sich im Tonnen-Hochbeet sehr wohl.
- Wer es dekorativ mag, pflanzt rankende Kapuzinerkresse hinein – attraktiv und nützlich zugleich.
- Hängende Erdbeeren machen sich ebenfalls gut; sie lassen sich sogar in seitlich in die Tonne gebohrte Löcher einsetzen.
Optik aufwerten und winterfest machen
Die erhöhte Bauweise erleichtert nicht nur das Gärtnern, sie hält auch Schnecken wirksam fern. Die oft schlichte Optik einer Kunststofftonne lässt sich mit Schilfmatten verkleiden oder durch bunten Farbanstrich aufpeppen.
Ein wichtiger Punkt betrifft die Winterfestigkeit: Eine mit feuchter Erde gefüllte Plastiktonne kann bei starkem Frost platzen. Die eingebrachten Abflusslöcher im Boden sind deshalb nicht nur für die Drainage wichtig, sondern schützen die Tonne auch vor Frostschäden. Zusätzlich empfiehlt es sich, die Tonne im Winter von außen mit Jute oder Noppenfolie zu isolieren, wenn winterharte Pflanzen darin überwintern sollen. Wer das vermeiden möchte, kann die Tonne im Spätherbst leeren – zerstört dabei allerdings den aufwendig aufgebauten Schichtaufbau.










