Trump tobt in 476-Wörter-Beitrag: Verteidigt vehement seine Geschichte vom 11. September

Dramatische Schilderung vor dem Weißen Haus

Mit dem 25. Jahrestag der Anschläge vom 11. September rückt näher, sah sich der ehemalige US-Präsident plötzlich im Zentrum einer unerwarteten Kontroverse. Bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Ellipse-Gelände teilte er seinen Anhängern eine erschütternde Geschichte mit. Darin behauptete er, dass ihn Einsatzkräfte der Feuerwehr buchstäblich aus einem gefährlich schwankenden Gebäude in der Nähe des zerstörten Ground Zero tragen mussten.

Diese dramatischen Worte zogen sofort die Aufmerksamkeit unabhängiger Beobachter auf sich und lösten eine Welle erheblicher Skepsis aus. Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten – noch in derselben Nacht überschlugen sich die Meldungen in den sozialen Medien.

Nächtliche Verteidigung mit angepasster Zeitlinie

Mitten in der Nacht begann Donald Trump, eine ausführliche Stellungnahme zu verfassen, die er erst in den frühen Morgenstunden abschloss. In seinem emotionalen, 476 Wörter umfassenden Beitrag bestand er unnachgiebig auf seiner Version der Ereignisse. Er beteuerte, seine Erinnerungen seien vollkommen korrekt, und kündigte an, Videoaufnahmen vorzulegen, die ihn angeblich am Unglücksort gemeinsam mit damaligen Mitarbeitern zeigen.

Bemerkenswert ist jedoch, dass er in demselben Text die Zeitlinie seiner Geschichte stillschweigend korrigierte. Er räumte nämlich ein, sich am entscheidenden Tag selbst nicht am Ort des Geschehens befunden zu haben. Seinen eigenen Angaben zufolge traf er erst etwas später dort ein – in Begleitung einer größeren Gruppe von Bauarbeitern.

Knarrendes Stahl und fehlende Belege

Bei der Zeremonie „Steel Across America“ am Dienstag, die an einem massiven sechs Meter langen Stahlträger aus den Trümmern des Südturms stattfand, schilderte der Ex-Präsident einen dramatischen Moment. Zwei Feuerwehrleute hätten ihn unter den Armen gepackt, ihm gesagt, er müsse sofort weg, und ihn körperlich vom Gelände getragen. Laut seiner Erzählung habe in diesem Augenblick die Konstruktion des historischen U.S. Steel Buildings – des heutigen Wolkenkratzers One Liberty Plaza – unheilverkündend unter ihm geknarrt.

Bei eingehenden Recherchen fanden sich jedoch keinerlei offizielle Aufzeichnungen, die eine solche dramatische Rettungsaktion belegen würden. Ebenso fehlen Nachweise dafür, dass er Hunderte von Rettungskräften an den Ort gebracht hätte. Ein ehemaliger Feuerwehrkommandant bestätigte zudem ausdrücklich, dass ein derart bedeutsames Ereignis mit Sicherheit in offiziellen Einsatzberichten festgehalten worden wäre.

Die historischen Fakten sind dabei recht eindeutig: Am Schicksalstag im Jahr 2001 hielt sich der spätere Präsident in seinem Trump Tower an der Fifth Avenue in Manhattan auf – einem Gebäude, das sich rund vier Kilometer vom Ground Zero entfernt befindet.

Harsche Angriffe und Schweigen aus dem Weißen Haus

Der lange Nacht-Beitrag enthielt nicht nur eine Verteidigung, sondern auch äußerst scharfe persönliche Attacken. Im Visier war eine bekannte politische Reporterin, die kurz zuvor sein geplantes Gedenkprogramm in Frage gestellt hatte. Trump überhäufte sie in seinem Text mit Beleidigungen, bezeichnete sie als „Wurm“ und erklärte öffentlich, sie sei innen wie außen abstoßend.

Dieser Wutausbruch folgte unmittelbar auf Berichte, wonach der Ex-Präsident plant, an der Gedenkveranstaltung beim Pentagon teilzunehmen. Damit umgeht er das zentrale Denkmal direkt in Manhattan, wo Politikern seit 2012 öffentliche Reden ausdrücklich untersagt sind.

Als Journalisten versuchten, handfeste Dokumente direkt von der Regierung zu erhalten, stießen sie auf ausweichende Antworten. In einer nicht unterzeichneten E-Mail hieß es lediglich, es habe sich damals um eine Privatperson gehandelt, weshalb nicht jeder seiner Schritte dokumentiert worden sei.

Überzeugende Beweise für die beschriebene dramatische Rettung sind bis heute nicht aufgetaucht. Das Vierteljahrhundert seit den tragischen Anschlägen begeht Amerika genau am Freitag, dem 11. September.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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