Große Unterschiede zwischen Fluggesellschaften: Mit wem reist man in Europa am günstigsten und teuersten

Mehr als nur ein Ticketpreis

Fliegen bedeutet heute weit mehr als nur den passenden Abflugzeitpunkt auszuwählen. Erfahrene Reisende vergleichen nicht nur die Grundpreise, sondern auch die oft strengen Gepäckbedingungen der verschiedenen Anbieter.

Dieselbe Strecke kann je nach gewählter Fluggesellschaft und Tarifklasse zu völlig unterschiedlichen Gesamtkosten führen – ein Unterschied, der das Reisebudget erheblich belasten kann.

Besonders deutlich spürbar sind diese Preisunterschiede auf vielgeflogenen europäischen Verbindungen. Hinter scheinbar kleinen Preisabweichungen verbergen sich jedoch komplexe Daten darüber, wie viel die Airlines tatsächlich an ihren Passagieren verdienen.

Eine aktuelle Analyse zeigt einen aufschlussreichen Blick auf die durchschnittlichen Erlöse der Fluggesellschaften pro verfügbarem Sitzkilometer. Dieser wichtige Branchenkennwert, bekannt unter dem Kürzel RASK, umfasst dabei nicht nur den reinen Ticketpreis, sondern sämtliche Einnahmen, die mit einem einzelnen Passagier verbunden sind.

Nordische Airlines tauschen die Plätze

Ein detaillierter Vergleich von dreizehn großen europäischen Marktteilnehmern mit verfügbaren Daten zeigt: Im Jahr 2025 ist der RASK-Wert bei acht Gesellschaften gesunken, während fünf Unternehmen ein Wachstum verzeichneten.

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung im Norden Europas. Dort schlug SAS einen gänzlich anderen Weg ein als seine wichtigsten regionalen Konkurrenten Norwegian und Finnair.

SAS steigerte seine Erlöse leicht auf 7,58 Eurocent, gegenüber 7,50 im Vorjahr. Norwegian hingegen erlebte einen Rückgang von 7,60 auf 6,80 Eurocent. Noch dramatischer fiel der Einbruch bei Finnair aus, das von 7,97 auf lediglich 6,22 Eurocent absackte.

Finnair rutschte damit überraschend deutlich unter SAS und Norwegian – obwohl die Airline im Jahr zuvor noch die höchsten Einnahmen der drei hatte.

Verzerrte Zahlen und ein absoluter Rekordhalter

Den höchsten Wert im gesamten Ranking weist der norwegische Regionalanbieter Widerøe mit kaum glaublichen 32 Eurocent auf. Luftfahrtexperten weisen jedoch darauf hin, dass diese Daten nicht ohne Weiteres mit großen internationalen Fluggesellschaften verglichen werden können.

Die Flotte des Unternehmens besteht aus rund siebzig Turbopropflugzeugen, die überwiegend sehr kurze Inlandsstrecken in Norwegen bedienen.

In vielen abgelegenen Regionen sind diese Verbindungen zudem die einzige reguläre Anbindung an den Rest des Landes. Die spezifische Geschäftsstrategie und Netzstruktur von Widerøe unterscheidet sich daher grundlegend von Airlines wie British Airways.

Die teuersten Riesen und der Fall der Billigflieger

Klammert man den Sonderfall Widerøe aus, führt British Airways die europäische Rangliste an – mit einem Wert von 8,88 Eurocent. Am anderen Ende des Spektrums findet sich Wizz Air mit lediglich 4,33 Eurocent.

Die Differenz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert beträgt beachtliche 27,67 Eurocent pro Sitzkilometer. Bezogen auf die durchschnittliche europäische Flugdistanz von 1.157 Kilometern entspricht das einem Unterschied von mehreren Hundert Euro pro Sitz.

Die Überraschung des Jahres lieferte Ryanair mit einem steilen Absturz von 8,43 auf 5,56 Eurocent. Erzrivale Wizz Air hingegen verbesserte sich leicht von 4,17 auf 4,33 Eurocent.

Zu den Gewinnern beim Erlös pro verfügbarem Kilometer zählen in diesem Jahr neben SAS auch die klassischen Netzwerk-Airlines KLM und Air France.

Diese Zahlen legen offen, welche versteckten finanziellen Unterschiede hinter den Buchungsportalen schlummern, die beim normalen Stöbern schlicht unsichtbar bleiben. Die Wahl der richtigen Fluggesellschaft auf ein und derselben Strecke spielt deshalb eine absolut entscheidende Rolle für den tatsächlichen Endpreis einer Reise.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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