Trump behauptet, Lebensmittel werden billiger: Neue Daten zeigen das Gegenteil

Was Trump sagt – und was die Zahlen wirklich zeigen

Donald Trump erklärte kürzlich öffentlich, dass die Lebensmittelpreise in amerikanischen Supermärkten derzeit „stark sinken“. In einem Fernsehinterview lobte er seine eigene Wirtschaftspolitik in höchsten Tönen und versicherte den Zuschauern, die Regierung leiste hervorragende Arbeit. Seine Botschaft war eindeutig: Alles im Supermarkt werde günstiger.

Die tatsächliche Lage, die aus detaillierten Regierungsstatistiken hervorgeht, ist jedoch erheblich komplizierter – und deutlich weniger erfreulich.

Die meisten Produkte im Einkaufskorb werden weiter teurer

Ein Blick auf die aktuellen Daten der US-Agrarbehörden zeigt: Der wöchentliche Einkauf wird Familien in diesem Jahr kaum entlasten. Für 2026 wird erwartet, dass die Supermarktpreise im Durchschnitt um 2,7 Prozent steigen. Wer zudem gerne im Restaurant isst, muss noch tiefer in die Tasche greifen – dort dürften die Preise sogar um 3,5 Prozent zulegen.

Eine auffällige Ausnahme bilden gewöhnliche Eier. Nach extremen Preisrekorden im Jahr 2025, die durch einen schweren Vogelgrippeausbruch verursacht wurden, sind ihre Preise endlich gesunken. Zwischen Mai und Juni verbilligten sie sich um knapp ein Prozent – im Jahresvergleich entspricht das jedoch einem enormen Rückgang von fast 28 Prozent.

Dieser einzelne Rückgang bedeutet aber keineswegs, dass der Gesamteinkauf günstiger wird. Fachprognosen zeigen klar, dass im Laufe des Jahres bei einer ganzen Reihe von Grundprodukten mit Preissteigerungen zu rechnen ist:

  • Rind-, Kalb- und Schweinefleisch
  • Frisches Gemüse und Obst
  • Zucker und verschiedene Süßwaren
  • Alkoholfreie Getränke

Eier machen nur einen winzigen Bruchteil der Gesamtausgaben aus

Richard Volpe, Professor an der California Polytechnic State University und ehemaliger Chefökonom der staatlichen Agrarbehörden, weist nachdrücklich auf eine entscheidende Schwäche in dieser Argumentation hin. Wer sich hauptsächlich auf den sinkenden Eierpreis konzentriert, erzeugt leicht eine trügerische Illusion über die tatsächliche finanzielle Lage der Verbraucher. Flächendeckend sinkende Lebensmittelpreise seien äußerst selten, und der langfristige Trend zeige unverändert nach oben.

Hinzu kommt, dass Eier im Budget eines durchschnittlichen Haushalts nur eine völlig untergeordnete Rolle spielen. Statistischen Modellen zufolge machen sie gerade einmal 0,8 Prozent des typischen Einkaufskorbs aus. Zum Vergleich: Obst und Gemüse beanspruchen rund ein Zehntel aller Lebensmittelausgaben, Rindfleisch knapp fünf Prozent.

Wie wirkt sich das konkret auf den Alltag der Menschen aus? Wenn eine durchschnittliche Familie im vergangenen Jahr für ihren üblichen Einkauf genau 100 Dollar bezahlt hat, kostet dieselbe Zusammenstellung an Lebensmitteln heute etwa 102,70 bis 103,90 Dollar. Für Haushalte mit Kindern bedeutet das im Jahresverlauf unweigerlich mehrere hundert Dollar zusätzliche Ausgaben.

Obwohl in der Politik also selbstbewusste Erklärungen über sinkende Preise kursieren, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Der Eiermarkt erlebt nach der Krise des Vorjahres zwar eine deutliche Erholung – doch bei der großen Mehrheit aller anderen Produkte müssen sich Verbraucher auch für den Rest des Jahres auf schrittweise Preiserhöhungen einstellen.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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