Brüder Tate bleiben nach britischem Gerichtserfolg in Haft

Keine Chance auf Kaution – Brüder Tate sitzen weiter fest

Andrew und Tristan Tate stehen in gleich zwei Ländern vor möglicherweise drastischen Haftstrafen: in Großbritannien und in Rumänien. Die amerikanische Justiz hat nun entschieden gehandelt, um dem umstrittenen Duo jede Fluchtmöglichkeit vor der Strafverfolgung zu verbauen.

Die bekannten Influencer der sogenannten Manosphäre verbringen ihre Tage derzeit hinter den Mauern eines Gefängnisses in Florida. Von dort aus kämpfen sie gemeinsam mit ihren Anwälten vergeblich um ihre Freilassung auf Kaution – und damit gegen eine drohende Auslieferung nach Großbritannien. Den britischen Staatsanwälten gelang in diesem vielbeachteten Fall jedoch ein entscheidender Durchbruch.

Hoffnung auf Kaution endgültig zerschlagen

Ein zuständiger Richter in Miami wies den Kautionsantrag des bekannten und zugleich umstrittenen Duos kürzlich endgültig ab. In Großbritannien sehen sich die Brüder schwerwiegenden Vorwürfen wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Menschenhandels gegenüber. Für die Brüder mit doppelter amerikanisch-britischer Staatsbürgerschaft bedeutet diese Entscheidung einen harten Rückschlag.

Eine zentrale Rolle bei diesem kompromisslosen Urteil spielte das direkte Eingreifen britischer Diplomatenbehörden in den USA. Diese appellierten nachdrücklich an die amerikanische Justiz, die Männer unter keinen Umständen auf freien Fuß zu setzen. Es bestehe ein erhebliches Fluchtrisiko sowie eine reale Gefahr der Einschüchterung wichtiger Zeugen.

Britische Staatsanwaltschaft feiert Erfolg vor Gericht

Richterin Lauren Louis schloss sich den Bedenken der britischen Seite vollumfänglich an. In ihrer offiziellen Begründung hob sie hervor, dass die Angeklagten zwar möglicherweise nicht über das spektakuläre Privatvermögen verfügen, mit dem sie in sozialen Netzwerken gerne prahlen – die Ermittlungsakten belegten jedoch ihre außergewöhnliche Fähigkeit, sich dem Zugriff der Justiz zu entziehen.

Das Verteidigungsteam versuchte vor Gericht zu argumentieren, dass die Brüder bislang den Anweisungen der Ermittler stets Folge geleistet hätten und kein ernsthaftes Fluchtrisiko darstellten. Die amerikanischen Richter ließen sich davon jedoch nicht überzeugen.

Die Verteidigung appellierte darüber hinaus an das Mitgefühl des Gerichts und verwies auf die angeblich unmenschlichen Haftbedingungen, die allein schon eine Freilassung rechtfertigen sollten. Tristan Tate beklagte etwa, seine Zelle sei völlig unzumutbar – als Beweis führte er seinen Gewichtsverlust von mehr als sechs Kilogramm an. Er behauptet, die Inhaftierung zeche ihn körperlich wie psychisch derart aus, dass er sich nicht angemessen an der Vorbereitung seiner eigenen Verteidigung beteiligen könne.

Auch die rumänische Justiz betreibt Auslieferung

Die rechtlichen Probleme des kontroversen Duos beschränken sich allerdings keineswegs auf Großbritannien. Mit ähnlich schwerwiegenden Vorwürfen wegen Menschenhandels und Sexualdelikten müssen sie sich auch in Rumänien auseinandersetzen, wo beide seit 2017 dauerhaft lebten.

Örtliche Staatsanwälte sind überzeugt, dass die Männer dort systematisch junge Frauen mit dem Versprechen von Arbeit im Webcam-Pornografiebusiness anlockten, um sie anschließend sexuell auszubeuten und zu missbrauchen.

Die Ermittlungsakten der rumänischen Behörden enthalten zudem erschreckende Angaben, wonach einige der betroffenen Opfer noch nicht einmal fünfzehn Jahre alt gewesen sein sollen – was dem gesamten Fall eine noch dunklere Dimension verleiht.

Die Bekanntheit der beiden Brüder im Internet schoss ursprünglich steil nach oben, weil sie einen Lebensstil propagierten, den weite Teile der Öffentlichkeit als stark toxisch und frauenfeindlich betrachten. In Online-Communitys verbreiteten sie offen antifeministisches Gedankengut zu Beziehungen und Geschlechterrollen – stets geschickt verknüpft mit verlockenden Versprechen über schnellen und mühelosen Reichtum.

Obwohl beide Angeklagten heute unisono behaupten, ihr Online-Auftreten sei lediglich eine kalkulierte Inszenierung und ein großer medialer Bluff gewesen, teilen weder die britischen noch die rumänischen Behörden die Ansicht, ihre schwerwiegenden Straftaten seien bloß harmloses Spektakel für ein Publikum gewesen.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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