Ein kleiner Tippfehler mit großen Folgen
Moderne Parkautomaten können selbst routinierten Fahrern das Leben schwer machen. Touchscreens, Dateneingaben und Zahlungsvorgänge funktionieren längst nicht immer so intuitiv, wie man es sich wünschen würde.
Manchmal genügt ein einziger unglücklicher Fehler – und das System verbucht die Zahlung nicht korrekt, obwohl das Geld das Konto bereits verlassen hat.
Was einem 80-Jährigen aus Luleå widerfahren ist
Genau das musste ein achtzigjähriger Senior aus der schwedischen Stadt Luleå am eigenen Leib erfahren. Er hatte die Parkgebühr ordnungsgemäß entrichtet – und stand trotzdem am Ende vor einem Bußgeld und sogar einem Gerichtsverfahren.
Der Vorfall begann völlig harmlos. Der Mann parkte sein Fahrzeug vor dem Krankenhaus Sunderby und trat an den Automaten, um sein Kennzeichen einzugeben.
Mitten beim Tippen wurde er unsicher, ob die Daten korrekt waren. Er ging kurz zurück zum Auto, um das Kennzeichen noch einmal nachzuprüfen. Als er zum Terminal zurückkehrte, war der Bildschirm jedoch bereits erloschen.
Daraufhin gab er das Kennzeichen erneut vollständig ein und bezahlte 24 schwedische Kronen für drei Stunden Parken. Genau das wurde ihm zum Verhängnis.
Das System konnte die Zahlung nicht zuordnen
Das korrekte Kennzeichen war nun zweimal hintereinander im System gespeichert. Diese Doppelung führte dazu, dass die Software die eingegangene Zahlung keinem bestimmten Fahrzeug eindeutig zuordnen konnte – so sehen es die internen Systemregeln nun einmal vor.
Als der Senior zu seinem Auto zurückkehrte, steckte bereits ein Strafzettel über 450 Kronen unter dem Scheibenwischer.
Aus einem kleinen Betrag wird eine saftige Rechnung
Beim anschließenden Verfahren vor dem Amtsgericht wurde zwar eindeutig bestätigt, dass der Mann die Parkgebühr tatsächlich bezahlt hatte. Das Urteil fiel dennoch zu seinen Ungunsten aus.
Der Richter kam zu dem Schluss, dass die volle Verantwortung für die korrekte Dateneingabe beim Fahrer selbst liegt. Das System müsse in der Lage sein, eine Zahlung problemlos dem entsprechenden Fahrzeug zuzuweisen.
„Ich kann überhaupt nicht verstehen, dass man mich für so etwas verurteilen kann“, klagte der unglückliche Mann nach der Urteilsverkündung.
Den Prozess bestritt er völlig allein, ohne anwaltliche Unterstützung. Am Ende summierten sich die Gesamtkosten dieses kleinen technischen Missgeschicks auf stolze 1.530 schwedische Kronen – darin enthalten das ursprüngliche Bußgeld sowie sämtliche Verfahrenskosten.
Kritik an Parkautomaten wächst seit Langem
Der kuriose Fall fällt in eine Zeit, in der das Parken rund um das betreffende Krankenhaus schon länger in der öffentlichen Kritik steht. Die tückischen Automaten sorgen dort regelmäßig für Frust – besonders ältere Menschen haben damit erfahrungsgemäß die größten Schwierigkeiten.
Die Regionalverwaltung Norrbotten erwägt angesichts der anhaltenden Beschwerden derzeit sogar, das kostenpflichtige Parken auf dem Krankenhausgelände vollständig abzuschaffen.
Für den 80-jährigen Senior kommt diese mögliche Regeländerung freilich viel zu spät. Was als gewöhnlicher Arztbesuch begann, bei dem er alle Vorschriften gewissenhaft befolgte, kostete ihn am Ende ein Vielfaches des ursprünglichen Parkscheins.










