Sommerhitze trifft moderne Elektronik besonders hart
Die sommerlichen Temperaturen belasten nicht nur unseren Körper – auch moderne Elektronik leidet enorm darunter. Steigt das Thermometer unaufhörlich, erhitzen sich Smartphones und Tablets deutlich schneller als gewöhnlich.
Wir nutzen diese Geräte regelmäßig in der prallen Sonne, im aufgeheizten Auto oder am Strand. Irgendwann erscheint dann eine Warnmeldung wegen kritischer Überhitzung, und das Gerät verweigert den Betrieb, bis seine inneren Bauteile wieder abgekühlt sind.
In solchen Momenten greifen immer mehr Nutzer zu einer vermeintlich naheliegenden Lösung. Dieser virale Trick schadet empfindlicher Elektronik jedoch mehr, als er nützt.
Kurzschlüsse und irreversible Feuchtigkeitsschäden
In sozialen Netzwerken verbreiten sich massenhaft Videos, die empfehlen, ein überhitztes Gerät direkt in den Kühlschrank oder sogar ins Gefrierfach zu legen. Servicetechniker berichten allerdings von einem drastischen Anstieg wasserbeschädigter Geräte, die genau durch diese Methode ruiniert wurden. Statt einer schnellen Rettung handeln sich die Besitzer damit teure Reparaturen ein.
Während einer jüngsten Hitzewelle kam es sogar zu einem Vorfall, bei dem der auf diese schockhafte Weise abgekühlte, stark aufgequollene Lithium-Akku eines Tablets direkt in einer Werkstatt explodierte.
Das eigentliche Problem liegt in der Physik – genauer gesagt im abrupten Temperaturwechsel. Schnelles Abkühlen führt unweigerlich zur Kondensation. Wenn sich die warme Luft im geschlossenen Gehäuse plötzlich stark abkühlt, bilden sich Wassertröpfchen rund um Anschlüsse, Lautsprecher und andere kleine Öffnungen.
Ein weiterer kritischer Moment entsteht, wenn das eiskalte Telefon wieder in die normale Raumluft gebracht wird. Die kühle Displayoberfläche trifft auf die wärmere Umgebung, und das Gerät beschlägt sofort. Dieser Effekt ist genau derselbe, den man an der Außenseite eines Glases mit einem kalten Getränk beobachten kann.
Diese verborgene Feuchtigkeit in den feinen Leiterbahnen führt zu Korrosion und fatalen Kurzschlüssen. Der Temperatursturz beansprucht zudem das Schutzglas, die Dichtungen und innere Klebeschichten enorm. Auch der Akku sollte nicht vergessen werden – extreme Kälte schadet ihm nachweislich und reduziert seine Kapazität. Obwohl das Gerät sich nach außen hin abkühlt, kann es im schlimmsten Fall dauerhaft ausfallen.
Kein Reis, sondern natürliches Abkühlen
Experten für mobile Hardware vergleichen diesen Kühlschrankversuch gerne mit dem längst widerlegten Mythos rund um Trockenreis. Ein ins Wasser gefallenes Telefon in eine Schüssel Reis zu legen, kann die Flüssigkeit aus dem Geräteinneren nicht effektiv entfernen.
Im Gegenteil – diese Hausmittelchen-Methode schafft neue Probleme. Feiner Staub und freigesetzter Stärkeabrieb von den Reiskörnern verstopfen zuverlässig Ladeanschlüsse und Mikrofonbuchsen.
Was sollte man also stattdessen tun? Vertreter von Samsung empfehlen eindeutig, überhitzte Elektronik auf völlig natürliche Weise abkühlen zu lassen.
- Stellen Sie die Nutzung des Smartphones sofort ein und schließen Sie alle aufwendigen Anwendungen.
- Trennen Sie das Gerät vom Ladekabel oder von der Powerbank.
- Legen Sie es an einen kühleren, schattigen Ort, am besten dort, wo Luft zirkuliert.
- Geben Sie dem Gerät ausreichend Zeit, damit sich seine Innentemperatur von selbst sicher stabilisieren kann.
Den Kühlschrank und das Gefrierfach sollten Sie daher lieber ausschließlich für Lebensmittel und erfrischende Sommergetränke reservieren.










