7 Pflanzen, die Sie jetzt ganz einfach vermehren können für volle Beete im Juni

Warum der April der perfekte Monat für Stecklinge ist

Sobald der Frühling richtig in Gang kommt, verwandelt sich der Garten in einen Ort voller Möglichkeiten. Mit der richtigen Schere, dem passenden Substrat und etwas Ausdauer lassen sich Balkonkästen und Beete füllen – ganz ohne einen einzigen Besuch im Gartencenter.

Die längeren Tage und die sich allmählich erwärmende Erde fordern den Pflanzen einiges ab. Der Saft fließt in vollen Zügen, und Sträucher sowie Stauden bilden sogenannte krautige oder halbverholzte Stecklinge. Die jungen, biegsamen Triebe sind zwar noch nicht vollständig verholzt, besitzen aber bereits die Kraft, im neuen Substrat eigenständig Wurzeln zu schlagen.

Das Frühjahrsfenster bietet ein ideales Gleichgewicht der Bedingungen für ein schnelles Anwachsen. Frisch geschnittene Stiele heilen Verletzungen zügig ab und bilden in einem luftigen Umfeld problemlos neue Wurzeln. Die kühleren Nächte schützen die zarten Gewebe vor dem Austrocknen, das in der Sommerhitze weitaus bedrohlicher wäre. Beginnen Sie jetzt, haben Sie zu Sommerbeginn kräftige Jungpflanzen, die direkt ins Beet gesetzt werden können.

7 Pflanzen, aus denen Sie kostenlos viele Ableger gewinnen

Diese sieben weitverbreiteten Arten helfen Ihnen, einen vollständigen Bepflanzungsplan zusammenzustellen – von üppigen Balkonhängern über niedrige Hecken bis hin zu dekorativen Beeträndern.

1. Pelargonien (Geranien)

Pelargonien sind regelrechte Stecklings-Fabriken. Schneiden Sie von überwinterten Pflanzen Triebspitzen mit einer Länge von 8 bis 12 Zentimetern ab, die noch keine Knospen gebildet haben.

Entfernen Sie sorgfältig die unteren Blätter und lassen Sie die Schnittstelle einige Stunden auf Zeitungspapier antrocknen – so entsteht ein schützender Kallus. Stecken Sie die Stecklinge anschließend in ein leichtes, leicht feuchtes Substrat und stellen Sie sie an einen hellen Ort abseits der direkten Mittagssonne. Neue Blättchen zeigen sich innerhalb weniger Wochen.

2. Fächerahorn (Acer palmatum)

Träumen Sie von einem asiatischen Flair im eigenen Garten? Genau jetzt ist der richtige Moment, um frisch ausgetriebene Zweige zu nutzen. Schneiden Sie Triebe von 10 bis 15 Zentimetern Länge ab und entfernen Sie die unteren Blätter, damit die Basis sauber bleibt.

Tauchen Sie das kahle Stielende in ein hochwertiges Bewurzelungsmittel und stecken Sie es in sterile, gut durchlässige Erde. Decken Sie alles mit einem transparenten Beutel ab und stellen Sie den Steckling in den Halbschatten, damit die empfindlichen Blätter nicht verbrennen. Die Erfolgsrate ist geringer als bei Geranien, doch jeder bewurzelte Baum erspart Ihnen beachtliche Ausgaben.

3. Basilikum

Der mit Abstand einfachste Weg zur eigenen Kräutersammlung. Schneiden Sie einen kräftigen, gesunden Stiel direkt unterhalb eines Blattknotens ab und tauchen Sie ihn in ein Glas Wasser auf der Fensterbank.

Bereits nach etwa einer Woche erscheinen die ersten weißen Wurzeln. Sobald sich ein dichteres Büschel gebildet hat, pflanzen Sie das Kräutlein in ein luftiges Aussaatsubstrat um. Im Mai verfügen Sie dann über einen Vorrat frischer Blätter für Pesto und Sommersalate.

4. Hartriegel (Cornus alba)

Dieser bescheidene Strauch, bekannt für seine leuchtend roten Winterzweige, vermehrt sich erstaunlich leicht. Nehmen Sie gerade gewachsene, junge Triebe und befreien Sie sie von den unteren Blättern.

Stecken Sie sie in Töpfe mit durchlässiger, aber gleichmäßig feuchter Erde und bedecken Sie alles mit Folie oder einer Anzuchthaube, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erhalten. So gewinnen Sie nach und nach, ganz ohne Investition, eine wirkungsvolle Gruppenpflanzung, die selbst den trübsten Wintergarten zum Leuchten bringt.

5. Ziersüßkartoffel (Ipomoea batatas)

Diese üppigen Hängepflanzen mit limettenfarbenen oder tief purpurroten Blättern lieben es geradezu, im Wasser zu wurzeln. Es ist die natürlichste Methode für sie.

Schneiden Sie einfach ein Stück Stiel ab, entfernen Sie die unteren Blätter und achten Sie darauf, dass mindestens ein Knoten im Wasser eingetaucht ist. Wurzeln erscheinen bereits nach wenigen Tagen. Aus einer einzigen Mutterpflanze gewinnen Sie so rasch Grün für eine ganze Reihe von Balkonkästen.

6. Ziersalbei (Salvia nemorosa)

Ein absoluter Magnet für Bienen, Schmetterlinge und alle Liebhaber sonniger Staudenbeete. Wählen Sie kräftige Triebe direkt an der Basis der Pflanze und schneiden Sie sie sauber ab.

Stecken Sie sie in ein sehr luftiges Gemisch und halten Sie die Erde nur leicht feucht – Staunässe schadet ihnen erheblich. Aus diesen kleinen Ablegern wachsen rasch kompakte Horste heran, die Sie in den heißen Monaten mit ausdauernder Blüte belohnen.

7. Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Haben Sie einen gesunden Buchsbaum im Garten, sind die Frühjahrsmonate die ideale Zeit für eine kostenlose Vermehrung. Nehmen Sie kurze Triebe des laufenden Jahres und entfernen Sie alle Blätter von der unteren Hälfte.

Stecken Sie die Stecklinge in sandiges Substrat an einem schattigen Platz. Das Einwurzeln dieses immergrünen Strauchs dauert zwar eine Weile, doch jedes erfolgreiche Exemplar wird zum künftigen Baustein einer eleganten Einfassung entlang von Wegen.

Die häufigsten Fehler, die Sie vermeiden sollten

Selbst bei den widerstandsfähigsten Arten ist Erfolg nicht automatisch garantiert, wenn grundlegende Regeln der Pflanzenphysiologie außer Acht gelassen werden. Teure Ausrüstung brauchen Sie nicht, achten Sie jedoch auf diese typischen Fehler:

  • Blühende Triebe verwenden: Lässt man Knospen am Steckling, lenkt die Pflanze ihre gesamte Energie in die Blütenbildung statt in den Wurzelaufbau.
  • Zu schwere Erde: Dichtes Substrat hält überschüssiges Wasser zurück, was unweigerlich zum Faulen des weichen Gewebes führt.
  • Zu viel gießen: Junge Stecklinge brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keinesfalls ein Wasserbad.
  • Gewächshauseffekt in der prallen Sonne: Eine Plastikhaube in direktem Sonnenlicht wirkt wie ein Backofen und verbrennt die zarten Pflänzchen regelrecht.
  • Ungeduld: Wer die Stiele immer wieder herauszieht, um die Wurzeln zu kontrollieren, reißt die ersten zarten Würzelchen unweigerlich ab.

Wählen Sie stets einen Standort mit sanft gestreutem Licht und einer stabilen Raumtemperatur zwischen 15 und 22 Grad Celsius. Denken Sie daran, die Anzuchthauben regelmäßig zu lüften, um die notwendige Luftzirkulation zu gewährleisten und Schimmelbildung vorzubeugen.

Was tun mit einer unerwartet reichen Jungpflanzenernte?

Sobald der Prozess richtig in Gang kommt, werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit deutlich mehr Pflanzen haben, als ursprünglich geplant. Das ist jedoch nur von Vorteil. Frische Jungpflanzen eignen sich hervorragend, um Lücken in Beeten zu füllen oder bestehende Pflanzungen zu erweitern.

Überschüsse pflanzen Sie in dekorative Töpfe und verschenken Sie sie an Familie oder Nachbarn. Oder wagen Sie sich an einen völlig neuen Gartenbereich – etwa einen Streifen nektarreicher Blumen entlang eines alten Zauns oder einen duftenden Kräuterwinkel direkt vor der Küchentür.

Machen Sie gerade Ihre ersten Erfahrungen mit der Vermehrung? Beginnen Sie mit Basilikum oder Pelargonien. Diese geduldigen Arten verzeihen Anfängerfehler und bringen Ihnen schnell bei, Gießmengen und Lichtbedürfnisse richtig einzuschätzen. Wenn Sie dann Erfahrung und Sicherheit gewonnen haben, können Sie sich getrost an anspruchsvollere Gehölze wagen – die Wartezeit ist länger, aber die Belohnung umso süßer.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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