Vermummte Aktivisten legen Britanniens wichtigsten Hafen lahm
Maskierte Aktivisten haben die Zufahrtswege zum meistfrequentierten britischen Hafen vollständig blockiert. Das Ergebnis war ein sechs Kilometer langer Stau und Dutzende verzweifelter Reisender, die ihre Fährverbindungen verpassten.
Die örtliche Polizei in der Küstenstadt wurde von der Situation völlig überrumpelt, als eine vermummte Menschenmenge wichtige Verkehrsadern zum Erliegen brachte. Die Demonstranten, vollständig in Schwarz gekleidet, hakten sich gegenseitig unter und bildeten eine undurchdringliche Menschenkette quer über die Fahrbahn.
Stundenlanger Stillstand auf der A20
Der Verkehrskollaps auf der Autobahn A20 ließ nicht lange auf sich warten. Innerhalb kürzester Zeit steckten nicht nur LKW-Fahrer, sondern auch Familien auf dem Weg in den Urlaub in endlosen Staus fest. Viele von ihnen verpassten aufgrund dieses massiven Verkehrschaos ihre geplanten Schiffsabfahrten.
An den blockierten Kreisverkehren war lautes Hupen zu hören, während die Aktivisten unnachgiebig jedes Fahrzeug zurückhielten, das sich dem Haupttor des Terminals näherte. Der Reiseveranstalter Rafael Pittman etwa steckte ganze drei Stunden im völligen Verkehrsstillstand fest, bevor es ihm gelang, zu seiner Reisegruppe zu stoßen.
Scharfe Reaktionen aus dem gesamten politischen Spektrum
Die unangekündigte Blockade löste sofort eine Welle der Empörung bei führenden Politikern verschiedener Parteien aus. Oppositionspolitiker übten heftige Kritik an der aggressiven Taktik, die die Menge während der Aktion anwandte.
Der Labour-Abgeordnete Mike Tapp machte aus seinem Zorn über Menschen, die eigens nach Dover gekommen waren, um Unruhe zu stiften, keinen Hehl. Reform-UK-Chef Nigel Farage verurteilte das Verstecken der Gesichter hinter Masken scharf, während der konservative Abgeordnete Robert Jenrick die gesamte Verkehrslähmung als totale Blamage bezeichnete.
Mit fortschreitender Zeit wuchsen auch die Sicherheitsbedenken. Autofahrer saßen ohne jegliche Vorwarnung durch die Behörden in der Falle. Der lokale Konservative Chris Vinson verwies auf die verständliche Angst der festsitzenden Autofahrer. Die Atmosphäre der Unsicherheit war zum Schneiden, als Fahrzeuge von Personen in taktischer Kleidung mit verhüllten Gesichtern umgeben wurden.
Polizeieinsatz und Wiederherstellung des Verkehrsflusses
Hinter der Organisation dieses Protests steckt die Gruppe Patriot Platform, die enge Verbindungen zum Rechtsextremisten Tommy Robinson unterhält. Dieser hatte bereits im Vorfeld seine Anhänger im Internet aufgerufen, sich der Menge anzuschließen und ihre Ziele zu unterstützen.
Gegen Mittag gelang es der Polizei in der Grafschaft Kent schließlich, die Versammlung aufzulösen. Die Beamten eskortierten die Teilnehmer anschließend zum nahe gelegenen Bahnhof. Die gesamte Aktion verlief zum Glück ohne jegliche Gewalt, und es kam zu keinen Festnahmen.
Die Fährgesellschaften P&O und DFDS, die den Schiffsverkehr durch den Ärmelkanal betreiben, buchten festsitzende Reisende umgehend auf spätere Fähren um. Im Laufe des Samstagnachmittags bestätigte die Hafenverwaltung, dass der Verkehr wieder reibungslos fließe.
Gut koordiniertes Aktivistennetzwerk
Die Blockade in Dover war offensichtlich kein spontaner Protest, sondern Teil einer weitaus ausgefeilteren Kampagne. Dahinter steckt die erst kürzlich gegründete Gruppe Patriot Platform. Ihr Initiator ist Daniel Thomas, besser bekannt unter dem Spitznamen Danny Tommo, der als lautstarker Unterstützer des bereits erwähnten Tommy Robinson gilt.
Robinson selbst bewarb den Verlauf der Proteste aktiv in den sozialen Netzwerken. Seinen Angaben zufolge gelang es den Aktivisten, sich an mehreren verschiedenen Standorten in Dover vollkommen synchron zu koordinieren.
Der rasante Aufstieg dieser Gruppe weckt ernsthafte Befürchtungen hinsichtlich der Entstehung eines umfangreicheren Netzwerks antimigratorischer Gruppierungen. Die Art und Weise, wie sie blitzschnell Aktionen organisieren können, um die öffentliche Ordnung maximal zu stören und landesweite Aufmerksamkeit zu erregen, stellt die Sicherheitsbehörden vor eine neue und unberechenbare Herausforderung.










