Tücken im täglichen Straßenverkehr
Das Auto gehört für die meisten von uns zum selbstverständlichen Alltag – egal ob man in einer Großstadt oder auf dem Land lebt. Auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen teilen wir uns die Straße ständig mit Radfahrern und anderen Verkehrsteilnehmern.
Solange alle Beteiligten aufmerksam sind und die Verkehrsregeln respektieren, läuft der Alltag meist reibungslos. Doch ein kurzer Moment der Unachtsamkeit genügt, um unnötige Konflikte oder gefährliche Situationen zu provozieren.
Unter Stress und Zeitdruck verlassen sich Fahrer häufig auf eingeübte Automatismen. Die blitzschnelle Einschätzung einer Situation kann jedoch schnell schiefgehen, wenn die tatsächlichen Verkehrsverhältnisse nicht den eigenen Erwartungen entsprechen.
Ein vermeidbares Bußgeld von bis zu 80 Euro
Obwohl die Rechts-vor-links-Regel zu den absoluten Grundlagen gehört, die bereits in der Fahrschule eingehämmert werden, herrscht in der Praxis nach wie vor erhebliche Verwirrung darüber. Viele Autofahrer sind schlichtweg unsicher, wer an einer bestimmten Kreuzung tatsächlich Vorfahrt hat.
Wer diese Vorfahrtspflicht missachtet, riskiert laut Verkehrsexperten ein Bußgeld von bis zu 80 Euro. Fehleinschätzungen an Kreuzungen enden zudem häufig mit unschönen Kollisionen, Blechschäden und langwierigen Auseinandersetzungen mit der Versicherung.
Achtung bei Ausfahrten und Parkplätzen
Eine klassische Falle lauert, wenn ein Fahrzeug eine Tankstelle, ein Parkhaus oder einen gewöhnlichen Parkplatz verlässt. In diesen speziellen Situationen greift nämlich die sogenannte Ausfahrtsregel. Das bedeutet, dass man ausnahmslos allen Fahrzeugen Vorfahrt gewähren muss, die sich bereits auf der Hauptstraße befinden.
Dabei spielt es keinerlei Rolle, aus welcher Richtung die anderen Autos herannahen. Wer sich in den fließenden Verkehr einfädelt, muss sowohl von links als auch von rechts kommende Fahrzeuge passieren lassen.
Interessanterweise können innerhalb eines Parkgeländes an Kreuzungen durchaus noch die normalen Rechts-vor-links-Regeln gelten. Sobald man jedoch die Ausfahrt in Richtung öffentliche Straße nutzt, ändert sich die Situation grundlegend und die Ausfahrtsregel tritt in Kraft – was viele Autofahrer immer wieder verwirrt.
Dasselbe Prinzip gilt auch beim Verlassen von Wald- oder Feldwegen sowie von privaten Grundstücken und Zufahrten. Man muss stets geduldig warten, bis der Verkehr auf der öffentlichen Straße freie Bahn gibt. Die Position auf der rechten Seite verschafft hier keinerlei Vorteil.
Verkehrsschilder haben absoluten Vorrang
Die Rechts-vor-links-Regelung wird selbstverständlich auch dann außer Kraft gesetzt, wenn eine Kreuzung mit entsprechenden Vorfahrtsschildern ausgeschildert ist.
Die durch Schilder geregelte Vorfahrt hat stets Vorrang vor den allgemeinen Verkehrsregeln – und zwar auch dann, wenn sich ein Fahrzeug von rechts nähert.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Stoppschild. Hier reicht es nicht, lediglich kurz abzubremsen und langsam in die Kreuzung hineinzurollen. Das Fahrzeug muss vollständig und vollkommen zum Stillstand kommen, bevor die Fahrt fortgesetzt werden darf.
Wer blind darauf vertraut, dass ein von rechts kommendes Fahrzeug immer automatisch Vorfahrt hat, handelt leichtfertig. Beobachten Sie Ihre Umgebung stets aufmerksam, denn Ausfahrten, Parkflächen und Verkehrsschilder können die Vorfahrtsregeln binnen Sekunden vollständig auf den Kopf stellen.










