Den Führerschein kann man aus mehr Gründen verlieren, als man denkt: Die vollständige Liste

Wer glaubt, nur Alkohol am Steuer kostet den Führerschein, liegt falsch

Die meisten Autofahrer sind überzeugt, dass der Führerscheinentzug ausschließlich bei Trunkenheitsfahrten oder massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen droht. Die Realität ist jedoch deutlich strenger.

Die Fahrerlaubnisbehörde kann aus einer ganzen Reihe von Gründen eingreifen. Nicht nur wiederholte Verkehrsverstöße können einem die Fahrerlaubnis kosten – überraschenderweise auch ein verschlechterter Gesundheitszustand oder sogar das schlichte Versäumnis, ein ärztliches Attest fristgerecht einzureichen.

Für viele Fahrer beginnt dieser unangenehme Prozess ganz unspektakulär – bei einer gewöhnlichen Verkehrskontrolle.

Stufen Polizeibeamte einen festgestellten Verstoß als so schwerwiegend ein, dass er zum Entzug der Fahrerlaubnis führen könnte, sind sie berechtigt, den Führerschein sofort an Ort und Stelle einzubehalten. Der Fall wird anschließend an die zuständige Behörde übergeben, die eine eingehende Prüfung vornimmt und die endgültige Entscheidung trifft.

Auch unerwartete Vergehen können zur Fahrerlaubnisentziehung führen

Die bekanntesten Szenarien umfassen Fahrten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, gefährlich überhöhte Geschwindigkeit oder andere ernsthafte Gefährdungen des Straßenverkehrs. Die geltende Gesetzgebung deckt jedoch ein weit breiteres Spektrum an Situationen ab.

Die zuständige Behörde kann Ihnen die Fahrerlaubnis entziehen, wenn Sie:

  • unter dem Einfluss von Alkohol oder berauschenden Mitteln fahren,
  • nach einem Verkehrsunfall unerlaubt die Unfallstelle verlassen,
  • innerhalb eines Zeitraums von zwei Jahren wiederholt Verkehrsverstöße begehen,
  • ein gravierendes Verkehrsdelikt begehen, etwa extreme Geschwindigkeitsüberschreitung oder das Überfahren einer roten Ampel,
  • von den Behörden als unzuverlässig hinsichtlich der Nüchternheit im Straßenverkehr eingestuft werden,
  • von einem Gericht rechtskräftig wegen bestimmter schwerer Straftaten verurteilt wurden – auch außerhalb des Verkehrsbereichs,
  • die erforderliche gesundheitliche Eignung zum sicheren Führen eines Fahrzeugs nicht mehr erfüllen,
  • ein verlangtes ärztliches Gutachten verweigern oder schlicht vergessen einzureichen,
  • Ihre Fahrerlaubnis auf Grundlage falscher Angaben erworben haben, beispielsweise durch Betrug bei der Führerscheinprüfung.

In vielen dieser Fälle wird zusätzlich eine sogenannte Sperrfrist verhängt. Das bedeutet konkret: Innerhalb eines genau festgelegten Zeitraums darf keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.

Die Dauer dieser Sperre wird auf Basis einer sorgfältigen Einzelfallprüfung festgelegt. Die Behörden berücksichtigen dabei sowohl die Schwere des aktuellen Vergehens als auch die bisherige Fahrgeschichte der betreffenden Person. Interessanterweise kann sogar die berufliche Angewiesenheit auf ein Fahrzeug das endgültige Urteil beeinflussen.

Wie läuft das Behördenverfahren ab und welche Daten werden gesammelt?

Die Behörden agieren bei ihrer Entscheidungsfindung keineswegs passiv – sie sammeln aktiv Informationen aus mehreren staatlichen Stellen. Zu den wichtigsten Quellen zählen die Polizei, Gerichte, der Strafvollzug und in bestimmten Fällen sogar ausländische Behörden.

Was die gesundheitliche Eignung betrifft, kommt Ärzten eine entscheidende Rolle zu. Sie sind gesetzlich verpflichtet, jeden Patienten zu melden, dessen aktueller Gesundheitszustand im Straßenverkehr eine Gefahr für andere darstellt. Die Behörde kann darüber hinaus vor ihrer abschließenden Entscheidung ergänzende Fachgutachten anfordern.

Mitunter kann es zu einer vorübergehenden Aussetzung der Fahrerlaubnis kommen – und zwar so lange, bis ein rechtskräftiges Urteil gefällt oder eine laufende Untersuchung abgeschlossen ist. Bei den geringfügigsten Verstößen können die Behörden auch mit einer offiziellen Verwarnung auskommen, ohne den Führerschein tatsächlich einzuziehen.

Ein Fahrer, dem die Fahrerlaubnis entzogen wurde, muss vor deren Rückgabe sämtliche im Bescheid festgelegten Auflagen erfüllen.

Beträgt die Fahrsperre mehr als ein Jahr, bedeutet das in der Regel eines: Die theoretische und praktische Führerscheinprüfung muss vollständig und erfolgreich wiederholt werden.

Für jeden Autofahrer ist es daher von entscheidender Bedeutung zu wissen, dass die Fahrerlaubnis aus weit mehr Gründen entzogen werden kann als nur wegen zu schnellen Fahrens. Die Voraussetzungen für die Rückkehr ans Steuer unterscheiden sich dabei grundlegend – je nachdem, welches Vergehen zum Entzug geführt hat.

Author

  • Markus Steiner ist ein österreichischer Autor mit Interesse an Haushalt, Garten und cleveren Alltagstipps. Er teilt nützliche Ratschläge und inspirierende Ideen für ein komfortables Zuhause.

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